Strukturen und Biotope der Hardtebene

Die Hardtebene ist der traditionellen Siedlungsschwerpunkt auf der nicht nur die Stadt Karlsruhe vor rund 300 Jahren gegründet wurde, sondern auch die meisten der viel älteren Dörfer, die heute Stadtteile von Karlsruhe sind. So liegen die alten Siedlungskerne von Daxlanden, Knielingen und Neureut am Westrand der Hardtebene, hoch über der Rheinniederung geschützt vor den Fluten des Rheins. Beiertheim, Bulach, Rintheim und Hagsfeld liegen im Osten am Rand zur nassen Kinzig-Murg-Rinne. In den feuchten Niederungen des Rheins und der Kinzig-Murg-Rinne lagen die fetten Wiesen und Weiden der Gemarkungen, für die die Bedingungen auf den trockenen, nährstoffarmen Böden der Hardtebene ungünstig waren

Kiefernwald mit Laubholz, Eichen-Buchenwald: Der ursprüngliche, noch wenig vom Menschen veränderte Hardtwald bestand vorwiegend aus Eichen und Buchen. Alteichenbestände sind im Hardtwald noch an einigen Stellen vorhanden. Alte Buchen sind hingegen selten. Dafür hat sich die Kiefer in den letzten Jahrhunderten zur häufigsten Baumart entwickelt. Um 1500 wurde die anspruchslose und schnellwüchsige Kiefer im Hardtwald eingeführt. Nach dem 30-jährigen Krieg wurde viel Bauholz geschlagen, vor allem Eichen. Wiederaufgeforstet wurde vorwiegend mit der Kiefer, die so den ersten großen Schritt hin zur beherrschenden Baumart im Hardtwald machte.  In jüngerer Zeit wurden die Kiefernforste verstärkt in artenreiche Mischwälder umgewandelt. Der KIimawandel hat eine neue Situation geschaffen und es  ist noch unklar, welche Baumarten zukünftig hier bestehen können.    

Früher war der Hardtwald viel lichter war als heute.  Er wurde von den angrenzenden Dörfern als Weide für Rindvieh und Schweine (besonders Eichelmast) benutzt, die dort auch über Ziehbrunnen mit Wasser versorgt wurden. Die Hoheitsrechte im Wald standen dem Grundherren zu, mit dessen Genehmigung ihn die Gemeinden nutzen konnten, in aller Regel gegen eine Abgabe. Die Waldnutzung war für die Dörfer ein von altersher tradiertes Gewohnheitsrecht. Schriftlich fixiert wurden diese Rechte erst im 16. Jahrhundert. Das Weidevieh knabberte an Trieben und Blättern der Schösslinge, so dass nur wenige zu größeren Bäumen heranwachsen konnten und der Wald immer lichter wurde. Im 15. Jahrhundert wurde die erste Waldordnung erlassen, die vor allem das Nachpflanzen von Eichen und die Schonung junger Eichenbestände regelte. Im 18.Jahrhundert war die Parcorcejagd, eine Hetzjagd zu Pferd und mit Hunden, in Mode. Auch der Stadtgründer Markgraf Karl-Wilhelm übte diese Jagd im Hardtwald aus. Der lichte, parkartige Wald kam dem entgegen

Feldflur mit  blütenreichen Weg- und Ackerrändern: Der weitaus größte Teil der Karlsruher Hardtebene ist von Siedlungs- und Waldfläche bedeckt.  Feldflur findet sich fast nur noch östlich von Neureut. Der magere Sandboden der Hardtebene ist der Lebensraum für genügsame Pflanzenarten. Hier können sie bestehen gegen andere Arten, wie Gräser, Brennnessel oder Brombeere, die sie auf nährstoffreichen Standorten überwachsen und verdrängen würden. Die „Hungerkünstler“ sind auch an die Trockenheit und Hitze des Standortes angepasst. Viele blühen zum Beispiel im zeitigen Frühjahr, wenn die Wasserversorgung noch günstig ist. Die Wegränder sind dann reich bestückt mit den Blüten zahlreicher Arten. In den Getreidefelder steht noch Mohn  und Kornblume.

Brachland mit Sand- und Magerrasen: Eine Besonderheit ist der Alte Flugplatz, zwischen Nord- und Nordweststadt. Er wurde seit Jahrzehnten nicht mehr als Ackerfläche genutzt sondern teilweise als Exerzierplatz, später als Flugplatz. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Fläche von den Amerikanern als Notflugplatz freigehalten und von Schafen beweidet. Er beherbergt eine ganz eigene, seltene Tier- und Pflanzenwelt. Hier sind die wahren „Hungerkünstler“ unter den Pflanzen zu Hause. Sie gehen besonders sparsam mit den Nährstoffen um, sind meist niederwüchsig und haben verschiedene Anpassungen an den trockenen und warmen Sandboden entwickelt. Die meisten blühen früh im Jahr und haben andere Günstige Eigenschaften, wie kleine Blätter als Verdunstungsschutz oder Wasser speichernde Blätter