Teilen

Turmfalke - Kirchturmvogel

Der Turmfalke ist ein typischer Vogel der baumreichen Feldflur, ist aber auch schon immer in Städten zu Hause, worauf sein Name hindeutet. Sie haben ihn vielleicht schon einmal bemerkt, auch wenn Sie ihn nicht erkannt haben. Auffällig ist sein Ruf, eine schnelle Folge kurzer heller Laute, die man über den Dächern der Stadt gelegentlich hören kann. In der Feldflur fällt er besonders auf, wenn er im unverwechselbaren Rüttelflug auf der Stelle steht.

Turmfalke, Männchen Foto: K. Lechner

Der Turmfalke brütet regelmäßig in der Kirche St. Stephan (Erbprinzenstraße), der St. Bonifatius-Kirche (Schillerstraße), in der St. Peter und Paulskirche in Durlach, im Turm am Zündhütle und in der Christuskriche (Mühlburger Tor).

Am Brutplatz sieht man ihn am häufigsten, wenn die Jungen versorgt werden müssen. Selbst wenn die Jungen schon größer sind werden die Eltern noch ungefähr 10 mal am Tag mit einer Maus anfliegen. Das kann aber in unregelmäßigen Abständen geschehen. Sie benötigen also etwas Geduld (oder Glück) und ein Fernglas.

Auch ohne Fernglas können Sie sich das Flugbild anschauen: lange spitze Flügel, schlanker Schwanz, schnelle Flügelschläge.

Es kommt gelegentlich vor, dass sich Turmfalke und Dohle einen Brutplatz teilen indem sie ihn nacheinander, gelegentlich auch gleichtzeitig, benutzen. Es ist also denkbar, dass Sie statt des Turmfalken Dohlen zu sehen bekommen, vieleicht auch beide Arten.  

Brutplatz Sankt Stephan - Foto: A. Bossert
Turmfalkenpaar, links Weibchen - Foto: H. Dannenmayer
Brutplatz St. Bonifatiuskirche
Fotos: Umwelt- und Arbeitsschutz
Brutplatz am Zündhütle
Nische zur Straßenkreuzung hin
Brutplatz St. Peter und Paul Kirche Durlach
Fotos: Umwelt- und Arbeitsschutz
Foto: M. Ratzel

Der Turmfalke (Falco tinnunculus) ist ein kleiner Falke von rund 35 cm Länge und 75 cm Flügelspannweite. Das Weibchen ist ein wenig größer als das Männchen. Deutlicher sind die Unterschiede in der Färbung. Das Weibchen ist auf der Oberseite, von Kopf bis Schwanz, rotbraun gefärbt mit schwarzer Querbänderung. Das Männchen hat ebenfalls einen rotbraunen Rücken, aber mit schwarzen Flecken und ist zudem an Kopf und Schwanz grau gefärbt.

Der Turmfalke ist ein typischer Vogel der Feldflur, wenn dort genügend Feldgehölze und Waldränder zum Brüten vorhanden sind. Er brütet auch häufig in der Stadt, wenn der Weg zu guten Jagdgebieten nicht allzu weit ist. 

In unserem milden Klima bleiben die Tiere auch während des Winters in ihrem Territorium. Sie können deshalb schon früh zur Brut schreiten, weil sie sich meist nicht neu verpaaren müssen und es weniger Revierstreitigkeiten gibt.   

Falken bauen keine Nester, sondern übernehmen verlassene Nester größerer Vögel, wie Krähen und Elstern, oder sie brüten in Nischen an Felsen und Gebäuden.

Das Weibchen legt vier bis sechs Eier etwa Mitte April. Nach einem knappen Monat Bebrütungsdauer schlüpfen die Jungen. Während der Bebrütungsphase und wenn die Jungen noch klein sind, verlässt das Weibchen den Horst nur selten und wird vom Männchen mit Beute versorgt. Mit etwa vier Wochen verlassen die Jungen das Nest und werden dann noch rund einen Monat lang von ihren Eltern begleitet und angeleitet.

Der Turmfalke ernährt sich zu 90% von Mäusen, verschmäht aber auch kleine Vögel, Amphibien, Reptilien, Insekten und Würmer nicht. Der Anteil verändert sich nach Angebot und Jahreszeit. Turmfalken in der Stadt erbeuten mehr Singvögel als ihre Artgenossen auf dem Land. Turmfalken greifen ihre Beute in der Regel am Boden. Sie jagen von einer Sitzwarte oder aus dem Flug, wobei sie mehrere Meter über dem Boden schnell mit den Flügeln rüttelnd über einer Stelle stehen, bis sich eine günstige Gelegenheit bietet, auf die anvisierte Beute herabzustoßen. Vereinzelt können auch Kleinvögel im Flug gefangen werden, vor allem bei Falken in der Stadt.

So finden Sie die Standorte

So gelangen Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu den Standorten:

St. Stephan Kirche: Nehmen Sie eine Straßenbahnlinie Richtung Karlsruhe Marktplatz. Steigen Sie an der Haltestelle "Herrenstraße" aus. Biegen Sie in die Seitenstraße (Ritterstraße) nach Süden ab. Nach der Stadtbibliothek finden Sie auf der rechten Seite die St. Stephan Kirche.

Christuskirche: Nehmen Sie eine Straßenbahnlinie Richtung Mühlburger Tor (bspw. S1/ S11 Richtung Neureut/ Linkenheim/ Hochstetten) bis zur Haltestelle "Mühlburger Tor". Direkt gegenüber wird Ihnen eine große Kirche auffallen - die Christuskirche.

St. Bonifazius-Kirche: Straßenbahnline 1 nehmen, bis zur Haltestelle "Sophienstraße". Direkt daneben befindet sich die Kirche.

St.Peter und Paul-Kirche Durlach: Mit der Linie 1 bis Haltestelle Friedrichschule. Wenige Meter Richtung Durlacher Allee gehen und dann in die Kelterstraße einbiegen. Der Nistkasten befindet sich an einer Luke an der Nordseite des Kirchturms (gut einzusehen vom Verbindungsweg zwischen Keltern- und Palmaienstraße).

St. Peter und Paul-Kirche in Durlach
Turm am Zündhütle
Kirche St. Stephan
Bonifaziuskirche