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Weißstorch - Gedränge im Horst

Die Weißstörche haben Junge, da ist jetzt einiges los am Horst und es lohnt sich vorbeizuschauen. In Karlsruhe gibt es mehrere Storchenhorste zum Beispiel in Neureut, Knielingen und Hagsfeld. 

Foto: K. Lechner

Wenn die Jungen geschlüpft sind halten sich die ‚Altstörche häufig am Horst auf. Sie füttern die kleinen Jungen, beschatten sie an heißen Tagen und nehmen sie unter die Flügel (hudern) bei kaltem, nassem Wetter. Mit zunehmendem Alter stehen die Jungvögel stehen oft im Horst und das Füttern lässt sich gut sehen. Wenn sie fast ausgewachsen und voll befiedert sind, kann man beobachten, wie sie die Schwingen erproben. Am Gefieder sind sie dann kaum noch von den Altvögeln zu unterscheiden, am schwarzen Schnabel, der sich erst nach dem Ausfliegen allmählich rot färbt, sind sie jedoch gut erkennen. 

Fotos: M. Ratzel

Im Nest der Weißstörche schlüpfen nach einer Brutdauer von 30 bis 32 Tagen, während der beide Partner abwechselnd brüten, meist 2 – 4 Junge, in Ausnahmefällen bis zu sieben. Sie werden während der anschließenden Nestlingszeit, die immerhin zwischen 58 und 64 Tagen dauert, von beiden Eltern abwechselnd gefüttert. Ein Elternteil bleibt oft am Nest, um die Jungen zu „hudern“, vor allem während längerer Schlechtwetterperioden. Dann kann aber auch das gesamte Gelege zugrunde gehen. Gefüttert wird mit allen tierischen Beutestücken, die der Storch findet, vor allem Amphibien, Eidechsen, Schlangen, aber auch Fischen, Mäusen und Insekten, indem die Nahrung aus dem Kropf herausgewürgt wird. An besonders heißen Tagen bringen Störche auch Wasser um die Jungen zu tränken. Beim Anflug zum Füttern ist ebenfalls das Klappern als Begrüßungsritual zu hören und zu beobachten; auch die Jungen beteiligen sich nach einiger Zeit daran.

Schon im August sammeln sich die Jungstörche und ziehen über Spanien und Gibraltar nach Afrika südlich der Sahara, die Alttiere folgen etwa 2 Wochen später. Die Jungtiere bleiben dort 2-3 Jahre, dann sind sie geschlechtsreif und kehren in das Brutgebiet zurück. Die Altvögel kommen schon im Frühjahr wieder und treffen sich am Horst.

Fotos: K. Lechner
Foto: M. Ratzel

Der Weißstorch besiedelt offene Landschaften mit artenreichem Grünland, gerne in Flussniederungen mit feuchten Wiesen und Weiden. Dort findet er ausreichend Nahrung, vor allem Regenwürmer, Insekten, Mäuse, Frösche und Kröten. Nach dem 2. Weltkrieg kam es in Baden-Württemberg, wie im gesamten West- und Mitteleuropa, zu dramatischen Bestandseinbußen. Anfang der 1950er Jahre gab es noch rund 150 Brutpaare in Baden-Württemberg, in den Jahren vor und nach 1980 waren es noch rund 20 Brutpaare. Natürlich gingen damals durch die Intensivierung der Landwirtschaft viele Nahrungsgründe des Weißstorchs verloren, Wiesen wurden entwässert, aufgedüngt oder umgebrochen. Lebensräume gingen verloren, allerdings nicht in dem Maße, wie der Bestand der Weißstörche zurückging. Gründe für die Verluste sind auch in den afrikanischen Überwinterungsgebieten zu suchen (Dürreperioden in der Sahelzone, chemische Bekämpfung von Insekten), und auch die massiven Verluste von Störchen an Stromleitungen spielten eine Rolle. In Baden-Württemberg führte ein Wiederansiedlungsprogramm zu einem steilen Anstieg des Storchenbestandes. Heute brüten rund dreimal so viele Weißstörche in Baden-Württemberg als Anfang der 1950er Jahre. Und das, obwohl die Lebensräume für die Störche deutliche geschrumpft sind. Das gibt zu denken. Der Weißstorch ist eigentliche ein Wildvogel, auch wenn er sich, wie der Haussperling, die Mehlschwalbe, der Turmfalke und viele andere Vögelarten, dem Menschen angeschlossen hat. Er sucht seine Nahrung auf Wiesen und Weiden, nicht auf Mülldeponien oder im Fressnapf, er zieht nach Afrika, weil es dort genügend zu fressen gibt und lässt sich nicht über Winter von uns durchfüttern. Wirklich? Mehr darüber können sie lesen unter dem Link „der Storch als Hausschwein“.

So erreichen Sie die Storchenhorste

 

Öffentliche Verkehrsmittel

Knielingen
Straßenbahnlinie S5 bis Haltestelle Rheinbergstraße. Sie überqueren die Hauptstraße (Rheinbrückenstraße) und laufen in die Rheinbergstraße. Nach ca. 500 m erreichen Sie den Horst, der am linken Straßenrand auf einem Holzmast steht.

Neureut - Im kleinen Bruch
Straßenbahnlinie S1/11 bis Haltestelle Welschneureuter Straße. Dort umsteigen in Buslinie 71 bis Haltestelle "Im Kleinen Bruch".
Oder mit den Linien S1/11 bis Haltestelle Adolf-Ehrmann-Bad. Von dort zu Fuß (knapp 2,5 km durch Teuschneur. Str., Hauptstr., Am Zinken, überqueren der B36, Unterer Dammweg, nach rechts  Im kleinen Bruch)

Neureut - Bachenweg und Nähe Vogelpark
Straßenbahnlinie S1/11 bis Haltestelle Bärenweg. Auf dem Bärenweg Richtung Westen bis zur Neureuter Hauptstraße (ca. 500 m). Diese überqueren und auf dem Bachenweg hinunter in die Rheinniederung gehen. Nach ca. 200 m geht nach rechts der Weg zum Vogelpark ab, ca. 100 m geradeaus weiter gelang man zum Horst am Bachenweg (rechts)

Hagsfeld
Straßenbahnlinie S2 bis Haltestelle Hagsfeld Bahnhof.  Umsteigen in Buslinie 31 oder 32 bis Haltestelle "An der Tagweide". Von dort sind es noch 200 m zu Fuß.

Fahrrad, Barrieren:
Beide Standorte sind gut auf Radwegen zu erreichen, ebenso mit Rollstühlen und Kinderwagen.

Storchenbhorste in Neureut -Bachenweg und Nähe Vogelpark
Storchenhorst Neureut - Im kleinen Bruch
Storchenhorst Knielingen - Rheinbergstr.
Storchenhorst Hagsfeld - Hofladen An der Tagweide