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Streuobstwiesen - im Herbst

Mit über 5000 Tier- und Pflanzenarten gehören Streuobstwiesen zu den besonders artenreichen Lebensräumen. In Europa sind sie vor allem in Deutschland und dort in Baden-Württemberg verbreitet. Nach dem 2. Weltkrieg gingen die Bestände dramatisch zurück, nach Schätzungen für Baden-Württemberg bis heute um mehr als 70 %. In Karlsruhe gibt es noch einige großflächige Bestände, die wir Ihnen nach und nach vorstellen wollen. Im Herbst ist die Laubfärbung der Obstbäume ebenso wie die Früchte als Farbtupfer besonders reizvoll.

Foto: Umwelt- und Arbeitsschutz

Der Herbst ist eine gute Zeit um die Baumarten unterscheiden zu lernen.   Denn im Zweifelsfall helfen uns oft die Früchte weiter. Die Herbstfärbung der Blätter gibt schon von weitem Hinweise auf die Baumart. Die Blattform (siehe Tipp Streuobst im Frühjahr) und die Borke (siehe Tipp Streuobst im Winter) sind ebenfalls sehr hilfreich.

Hinter der Bushaltestelle führt ein Feldweg in die Streuobstwiesen.Es geht gleich an ein paar älteren Obstbäumen vorbei, die wir uns anschauen wollen.

In der Böschung rechts steht ein alter Walnussbaum. Die Blätter der Walnuss färben sich im Herbst gelb und dann dunkelbraun und fallen schon vergleichsweise früh ab. Die Walnussblätter sind recht groß, circa 20-30 cm lang, und bestehen aus mehreren Teilblättern (sog. Fiederblättern) von denen jedes wie ein eigenes Blatt wirkt. Diese Fiederblätter sitzen paarig seitlich am Blattstiel und eines an der Spitze. Ein Blatt hat in der Regel 5 - 11 Fiederblätter. Die Fiederblätter sind länglich eiförmig, mit glattem Rand. Wenn man sie zerreibt, riechen sie aromatisch.. Alte Walnussbäume haben eine dicke, längsrissige Borke. Die Borke junger Walnussbäume ist hell graubraun und glatt.

Knapp 100 m weiter steht rechts ein alter Birnbaum, der zahlreiche abgestorbene Äste trägt. Die Blätter der Birne färben sich im Herbst dunkelrot. Die Blätter von Birne und Apfel sind nicht leicht voneinander zu unterscheiden. Ihre Form ist jeweils elliptisch bis eiförmig, der Rand ist glatt oder fein gezähnt. Die Oberfläche der Birnenblätter wirkt aber meist fester und lederartig. Die Borke älteren Birnbäumen, ist nicht nur längsrissig, sondern auch vielfach quer gebrochen. Bei älteren dickborkigen Birnenbäumen wirkt die Borke daher wie gefeldert oder gewürfelt.

Birnbaum - Foto: Umwelt- und Arbeitsschutz

100 m Weiter stehen rechts zwei Kirschbäume, einer davon schon älter. Die Blätter der Kirsche färben sich im Herbst gelb, orangefarben und rot. An den Blättern lässt sich die Kirsche recht gut von den anderen Obstbaumarten unterscheiden. Das Blatt ist schmal, lanzettlich geformt und der Blattrand fein gezähnt. Auch an ihrer Borke ist die Kirsche leicht zu erkennen. Sie ist grauschwärzlich und hat waagerechte "Risse". Diese Querstreifen sind sogenannte Lentizellen, die dem Gasaustausch dienen. Die Borke der Kirsche wird auch "Ringelborke" genannt, denn sie ringelt sich bei älteren Bäumen waagerecht ein und löst sich vom Stamm ab. Bei alten Kirschbäumen wirkt die Borke deshalb sehr krustig und die Ringelborke ist im unteren Stammabschnitt nur noch stellenweise vorhanden. An diesem Baum ist sie gar nicht mehr zu erkennen. Aber an dickeren Ästen ist die Streifung zu sehen. 

Birnbaum - Fotos: Umwelt- und Arbeitsschutz

Der Weg biegt nach links ab und führt über einen Graben.

Linker Hand, in rund 50 m Entfernung, steht ein alter Kirschbaum. Das Foto zeigt seine rote Herbstfärbung am 05. Oktober 2015.

Kirschbaum 05. Oktober 2015
Fotos: Umwelt- und Arbeitsschutz

Wo sich der Weg gabelt, gehen Sie nach rechts. Nach rund 300 m mündet ein Weg von rechts. Hier beginnt eine Obstbaumreihe, es sind hauptsächlich Apfel- und Kirschbäume. Neben dem ersten teilweise abgestorbenen Baum Birne) steht ein älterer Apfelbaum. Die Blätter ähneln denen des Birnbaumes, sind aber nicht so derb. Die Blätter des Apfelbaumes färben sich im Herbst gelb und braun und nicht so blutrot wie bei der Birne Beim Apfelbaum ist die Borke unregelmäßiger eingerissen und nicht so dick wie bei Birnbäumen. Bei jüngeren Apfelbäumen blättert sie auffällig ab. Die Blätter ähneln denen des Birnbaumes, sind aber nicht so derb.

Gehen Sie den asphaltierten Weg geradeaus weiter. Links und rechts stehen Obstbäume, vielleicht können Sie die Baumarten bestimmen. Nach rund 500 m endet der Asphaltweg und es geht halblinks über einen Bohlensteg weiter, dann aufwärts. Nach 200 m treffen Sie auf einen befestigten Weg und gehen nach rechts, am Ende des Weges (400 m) wieder nach rechts. Sie befinden sich nun auf dem Weg zurück nach Wettersbach. Der Weg führt den Hang hinauf und Sie blicken über die Streuobstwiesenlandschaft.

Oben stehen am rechten Wegrand ein jüngerer Nussbaum, Ein Apfel-, ein Kirschbaum und zwei alte Birnbäume. Kurz vor dem Ortsrand ein Birnbaum und ein Walnussbaum

Wegbeschreibung

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Mit der Buslinie 47 nach Wettersbach bis zur Haltestelle "Seniorenresidenz". Zwischen der Tankstelle und dem Bushäuschen führt ein asphaltierter Feldweg in Richtung Palmbach. Nach 400 m überqueren Sie einen Graben und halten sich rechts. Der Weg führt nun etwa 1 km geradeaus, rechts liegt ein großes Streuobstgebiet. Wo der Asphaltbelag endet wird es schwierig, wenn man mit dem Rollstuhl oder Kinderwagen unterwegs ist. Nach wenigen Metern Erdweg beginnt ein Brettersteg (1 m breit, ca. 40 m lang), der über einen feuchten Quellbereich führt. Danach geht es rund 150 m lang stark bergauf, bevor Sie einen asphaltierten Weg erreichen und sich nach rechts wenden. Nach gut 500 m mündet er in den Busenbacher Weg und Sie wenden sich nach rechts. Nach 400 m erreichen Sie den Punkt an dem die kürzere Wegführung den Busenbacher Weg erreicht. Bis zur Bushaltestelle sind es nun noch rund 1800 m immer auf Asphalt. Zunächst nur sanft bergab, vor und in Wettersbach aber steiler.

Ein weiterer Weg in die Wettersbacher Streuobstlandschaft:

Mit der Buslinie 47 nach Wettersbach bis zur Haltestelle "Seniorenresidenz". Gleich nach der Tankstelle links in den Herrenweg gehen. Die Straße führt steil aufwärts (und ändert ihren Namen). Deshalb ist der Weg auch nicht für Rollstühle geeignet, selbst das Fahrrad zu schieben ist sehr anstrtengend. Nach etwa 600 m führt der Weg geradeaus in die Feldflur und wird eben. Bis zum Waldrand (etwa 1200 m) lässt es sich nun bequem auf asphaltiertem Weg gehen oder rollen. Zurück geht es auf demselben Weg. Alternativ dazu können Sie am Waldrand rechts abbiegen und in weitem Bogen nach Wettersbach zurückkehren (zusätzlich ca. 2,5 km bis Haltestelle Grünwettersbach Rathaus)

 

 

Baumstandorte 2 -Luftbild 1:2000
Baumstandorte 1- Luftbild 1:2000
Rundweg Nordteil 1:2000
Rundweg Südteil -1:5000