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Saatkrähen - Schwärme im Winter

Im Winter werden wir in der Morgen- und Abenddämmerung auf große Krähenschwärme am Himmel aufmerksam. Es sind Gäste aus Osteuropa, die die kalte Jahreszeit in unserer, vergleichbar milden Region verbringen. Die allermeisten von Ihnen sind Saatkrähen. Tagsüber verteilen sie sich auf die weitere Umgebung auf der Suche nach Nahrung. Abends sammeln sie sich in größeren Gruppen an gemeinsamen Schlafplätzen, die wechseln können.

Saatkrähen im Winter, Foto: M. Ratzel

Es ist ein eindrucksvolles Schauspiel, wenn die Saatkrähen in langen Zügen ausschwärmen oder abends in der Stadt einfallen. Da sie beim Fliegen in den Schwärmen - meist gemischt mit Dohlen - recht "gesprächig" sind, lenken sie unseren Blick nach oben. Auch wenn man nur die schwarzen Silhouetten sieht, lassen sich Saatkrähen und Dohlen gut unterscheiden, anhand der Größe (alle "kleinen" sind Dohlen) sowie Stimme (Saatkrähen mit rauhem tiefen "Rab" statt dem höheren, klangvolleren typischen Dohlenruf "Kjakk"

Tagsüber verteilen sich die Krähen in kleineren Gruppen auf den Feldern auf der Suche nach Insektenlarven, Würmern, Schnecken oder kleinen Wirbeltieren. Auch Aas, das im Winter oft anfällt,  wird nicht verschmäht. Da sich neben Saatkrähen und Dohlen auch Rabenkrähen antreffen lassen, seien die Unterschiede genannt:

Rabenkrähe: Das Gefieder ist vollkommen schwarz. Sie ist deutlich kleiner als der  Kolkrabe. Im Gegensatz zur Saatkrähe, mit der sie verwechselt werden kann, hat sie kein nacktes Gesicht. Ihr  schwarzer Schnabel ist dick und kräftig; die Beine sind ebenfalls schwarz. Sie leben ganzjährig bei uns.

Saatkrähe: Von der Rabenkrähe unterscheidet sich die Saatkrähe durch den unbefiederten, grau-weißen Ansatz des schlanken, spitzen Schnabels (nur bei Jungen Tieren nicht vorhanden). Sie sind auch etwas schlanker als Rabenkrähen und haben ein metallisch glänzendes Gefieder. Wegen der abstehenden Gefiederpartien am Bauch spricht man von „Gefiederhosen“.

Dohle: Die Dohle ist kleiner als Raben- und Saatkrähe. Die silbrig-grauschwarzen Rabenvögel geben meist ein kräftiges „kjakk“  von sich. Damit halten die geselligen Vögel untereinander Kontakt. Im Winterhalbjahr leben Dohlen vorwiegend von übrig gebliebenen Getreidekörnern, Beeren, Obst oder Keimlingen, in Städten auch von Küchenabfällen oder Brot, das achtlos weggeworfen wird. Wie die Saatkrähe erhalten Dohlen im Winter auch Zuzug von Artgenossen aus nördlichen oder nordöstlichen Brutgebieten, um hier bei uns zu überwintern.

Saatkrähengruppe, etwas rechts von der Mitte 2 Dohlen
Saatkrähen auf Wiese, Fotos: Umwelt- und Arbeitsschutz

Die Saatkrähen aus Osteuropa treffen bei uns meist Ende Oktober ein und verlassen uns in der Regel wieder in der 1. oder 2. Märzwoche. Die einheimischen Saatkrähen überwintern dagegen in Südwesteuropa.

In den hohen Bäumen des kleinen Parks südöstlich vor dem Schloss halten sich meist viele Rabenvögel auf. Morgens, um von dort das Großstadtrevier zu erkunden. Am späten Nachmittag  sammeln sie sich, bevor sie zu den (wechselnden) Schlafplätzen weiterfliegen. Die Parkflächen mit den Beeren und Früchten der Bäume, aber auch Mülleimer oder von den Menschen weggeworfene Nahrungsreste erweitern ihr Nahrungsspektrum.

Mehrtägiger Schlafplatz von Saatkrähen in der Fritz-Erler Str. im Januar 2015
Fotos: Umwelt- und Arbeitsschutz