Teilen

Feldlerche – himmelhoch jauchzend

Die Feldlerche ist ein Charaktervogel der offenen, abwechslungsreichen Feldflur mit Äckern, Wiesen und Brachflächen und wenig Bäumen. Mit dem bloßen Auge wird man sie am Boden kaum entdecken. Ihr braunes Federkleid ist eine perfekte Tarnung. Um so auffälliger verhält sie sich, wenn sie im Frühjahr ihr Revier markiert. Sie steigt hoch in die Luft wobei sie ununterbrochen trillernd und zwitschernd singt. Dieser Singflug dauert gewöhnlich mehrere Minuten. Der Gesang ist auffällig und auch noch vernehmbar, wenn der kleine Vogel kaum mehr am Himmel zu erkennen ist.

Foto: H. Dannenmayer

Die beste Tageszeit um die Lerche singen zu hören ist der frühe Morgen. Aber auch später singt sie noch. Bleiben Sie ab und zu stehen und hören Sie, ob oben am Himmel ein Vogel mit heller Stimme singt. Achten Sie darauf wie lange der Gesang andauert. Im April und Mai singt die Feldlerche am häufigsten, man kann sie aber schon im März und bis in den Juli hören.

Die Feldlerche (Alauda arvensis) ist ein unscheinbarer Vogel mit nur rund 18 cm Körperlänge. Das Gefieder ist von verschiedenen Brauntönen geprägt, an der Oberseite wirken sie gebändert, an der Brust gesprenkelt.

In Gegenden mit milden Wintern wie bei uns kann sich die Feldlerche schon im Februar, spätestens aber im März im Brutgebiet einfinden. Meist ab Mitte April legt das Weibchen die ersten Eier. Das Nest liegt gut getarnt am Boden, in einer selbst gescharrten Mulde umgeben von niedriger Vegetation. Aus den durchschnittlich vier bis fünf Eiern schlüpfen nach elf bis zwölf Tagen die Jungen. Noch flugunfähig verlassen sie nach rund zehn Tagen das Nest. Eine Woche später können sie fliegen und sind im Alter von rund vier Wochen von den Eltern unabhängig.

Meist brüten die Altvögel ein zweites Mal.

Im September / Oktober schließen sich die Feldlerchen zu Trupps zusammen und ziehen umher. Aber nur bei Kälteeinbrüchen fliegen sie weiter nach Süden.

Ursprüngliche war die Feldlerche ein „Steppenvogel“, der weite Landschaften mit möglichst wenig hohen Elementen benötigte. Vermutlich hat sie sich in Mitteleuropa weit verbreitet als im Mittelalter Wald gerodet wurde und großflächige Rodungsinseln um Dörfer und Städte entstanden.

Heute besiedelt sie offene Feldflure. Ideal sind extensiv bewirtschaftete Wiesen und Äcker mit niedriger (20-30cm, höchstens 50cm) und nicht zu dichter Vegetation. Die Vegetation sollte so niedrig sein, dass der Vogel eine Übersicht trotz gleichzeitiger Deckung hat. Sie muss so dicht sein, dass er das Nest gut getarnt am Boden anlegen kann und auch sonst Deckung hat. Gleichzeitig muss der Pflanzenbestand so lückig sein, dass die Feldlerche dort bei der Nahrungssuche oder auf dem Weg zum Nest, das sie Räubern nicht verraten möchte und daher nicht direkt anfliegt, hindurchgehen kann. Diese Bedürfnisse einschließlich einer guten Nahrungsgrundlage findet die Feldlerche am ehesten in der offenen, abwechslungsreichen Feldflur.

Die Feldlerche frisst im Sommer vor allem kleine Tiere wie Insekten, Spinnen, Würmer, Schnecken. Im Winter ernährt sie sich mehr von Sämereien.

Die Bestände der Feldlerche sind in den letzten Jahrzehnten durch die Intensivierung der Landwirtschaft enorm geschrumpft. Dadurch gehen noch immer Brut- und Nahrungshabitate verloren, es kommt zu erhöhten Brutverlusten durch mechanische Bearbeitung und zu indirekten Verlusten durch eine verschlechterte Nahrungssituation. Im Wesentlichen sind es

  • die intensive Nutzung von Mähwiesen: durch hohe Düngung entsteht eine dichte, raschwüchsige Wiese. In der dichten Grasnarbe findet der Vogel wenig Gelegenheit zur Anlage des Nestes und kann sich im dichten Gras schlecht bewegen. Häufige Schnitte pro Jahr zerstören oft die Bruten.
  • die Ausbreitung des Wintergetreides an Stelle des Sommergetreides: zum Zeitpunkt der Brut ist das Wintergetreide schon so hoch und dicht gewachsen, dass die Feldlerche dort weder einfliegen noch ein Nest anlegen kann.

  • der Einsatz von Fungiziden zur Pilzbekämpfung: das Getreide kann nun dichter gesät werden und muss nicht mehr zur Pilzvorbeugung so gut durchlüftet sein.

  • der vermehrte Einsatz von Pestiziden, die die Nahrungsgrundlage der Tiere entziehen.

  • die Gleichförmigkeit der Feldflur durch Aufgabe des Fruchtwechsels und Schaffen von großen Schlägen.

Durch sogenannte Lerchenfenster in Raps-, Mais- und Getreidefeldern kann der Art geholfen werden. An einigen Stellen im Feld wird die Sämaschine für ein paar Meter angehoben. Dadurch entstehen etwa 20 m² große Flächen ohne Ansaat, die lange Zeit niedrig und lückig bleiben.

An diesen Standorten können Sie die Feldlerche entdecken:

Die Feldlerche können Sie beiderseits der Pappelreihe am Thomashof finden und südlich des Batzenhofes.

So gelangen Sie zum Standort

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

Standort Thomashof: Bahnlinie 1 bis Endhaltestelle Durlach. Weiter mit Buslinie 23 bis Haltestelle Thomashof. Von dort in den Weg Am Thomashäusle gehen und weiter bis in die Feldflur.

 Mit dem Fahrrad: Thomashof und Batzenhof sind gut auf Radwegen erreichbar.

Feldlerchengebiet um Thomas- und Batzenhof