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Waldmeister - Meister des Buchenwaldes

Sie kennen doch sicher den Waldmeistergeschmack, von einer Waldmeisterbowle oder einer Waldmeisterlimonade. Aber kennen Sie auch die Pflanze, von der der Geschmack stammt. Vielleicht haben Sie die Waldmeister-Pflanze schon in der Natur gesehen, denn sie ist bei uns nicht selten. Kommen Sie einfach mit in einen Buchenwald, dort findet man ihn am häufigsten.Wir schlagen Ihnen zwei Wege vor bei Grünwettersbach und Hohenwettersbach.

Foto: Umwelt- und Arbeitsschutz

Der Waldmeister ist eigentlich einfach zu erkennen, besonders leicht ist es im Mai, wenn er blüht.
Wie bestimmen Sie den Waldmeister?
Immer meist 8-10 Blätter entspringen in gleicher Höhe rundum am Stängel, wie ein Quirl Der Stängel ist kantig, nicht rund. Die Blüte ist weiß mit 4 Blütenblättern Zerreiben Sie Blätter zwischen den Fingern und riechen daran.

Der Waldmeister (Galium odoratum) wächst in Laubwäldern, besonders in Buchenwäldern. Diese Bindung ist so eng, dass ein Buchenwaldtyp nach ihm benannt ist, eben der Waldmeister -Buchenwald. Der wächst auf lehmigen, nährstoffreichen Böden, ansonsten "durchschnittlichen" Böden, die sich also durch keine Extreme, wie Trockenheit, Feuchtigkeit, Säure- oder Kalkgehalt auszeichnen.

Die Buchen stehen dort dicht und bilden oft Hallenwälder, mit hohen Stämmen und dichten Kronen. Wenn im Frühjahr das Laub ausgetrieben ist, gelangt nur noch wenig Licht an den Boden. Der Waldmeister kann mit sehr viel weniger Licht auskommen, als die meisten Pflanzen, die am Boden wachsen. Für ihn ist der Buchenwald daher ideal, denn dort hat er kaum Konkurrenz durch andere Pflanzen.

Austrieb durch die Buchenlaubstreu
Blattrosette - Fotos: Umwelt- und Arbeitsschutz

Der Waldmeister ist ein Geophyt, das heißt er übersteht die schwierigen Zeiten, den kalten Winter und den trockenen Sommer, im Boden, in Form eines Speicherorgans. Beim Waldmeister ist es ein Rhizom, das ist ein unterirdisch wachsender Stängel. Aus ihm treibt die Pflanze im Frühjahr aus und wird etwa 20-30 cm hoch. Schon an seinen Blättern kann man ihn recht leicht erkennen. Sie haben die Form einer Lanzenspitze, sind etwa 4 cm lang und stehen meist zu 8-10 Stück im Kreis angeordnet, sodass man sie für ein Blatt halten könnte. Mit den kleinen weißen Blüten, die von April bis Mai erscheinen, ist der Waldmeister dann unverwechselbar. Die Blüten stehen am Ende eines Triebes in Bündeln und sind dadurch doch auffällig, besonders wenn die Pflanze in großen Beständen wächst.

Der Waldmeister wird durch Insekten bestäubt. Mit den Früchten, die etwa im August reifen, haben Sie sicher schon Bekanntschaft gemacht. Es sind kleine Kugeln mit hakigen Borsten, die sich leicht an Strümpfen und Hosen festsetzen. Der Waldmeister vermehrt sich aber auch stark über Ausläufer.

Der Stoff der dem Waldmeister den Geschmack und das Aroma verleiht ist das Cumarin. Es ist wohlduftend und -schmeckend, ist aber, in höheren Konzentrationen genossen, giftig. Es kann Kopfschmerzen und Erbrechen verursachen, bei langfristiger Einnahme kann es zu Leberschäden kommen. Deshalb ist die Zugabe von Cumarin in Lebensmittel gesetzlich geregelt und auf geringe Mengen beschränkt.

Der Duft hat dem Waldmeister den lateinischen Namen gegeben "odoratum" das heißt duftend.

Fotos: Umwelt- und Arbeitsschutz

Hier finden Sie den Waldmeister

Anfahrt

Wettersbach
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Der Standort ist nur bedingt mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar: Mit der Buslinie 47 in Richtung Palmbach- Stupferich bis Haltestelle "Rathaus". Hinter dem Rathaus gehen sie nach rechts in die in die Straße "Am Steinhäusle", dann gleich links in die Wingertgasse. Diese fährt hinaus in die Feldflur und nach 1 km erreichen Sie beim Parkplatz den Weg, der nach rechts zum Funkturm führt.
Mit dem Auto:
Aus dem Rheingraben kommend in Wettersbach am Rathaus in der Kurve rechts abbiegen. Den Pfeilerweg (violett) hoch in die Feldflur bis zum Parkplatz am Vereinsgelände.
Mit dem Fahrrad:
Die Wege sind mit dem Fahrrad gut befahrbar. Von der Hauptstraße in Wettersbach aus, steile Steigung.
Barrieren:
Alle Zuwege sind mit erheblichen Steigungen verbunden. Wege asphaltiert, meist auch im Wald.Vom Parkplatz aus sind die Steigungen nur mäßig.

Hohenswettersbach und Durlach
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Mit der Bahnlinie 1 nach Durlach bis zur Endhaltestelle Turmberg. Von dort mit der Buslinie 26 bis Max-Beckmann-Straße. Sie gehen 100 m zurück und biegen nach rechts in den Hohlweg ein, der Sie nach 200 m an den Waldrand führt. Nachdem Sie den beschriebenen Weg nehmen, können Sie mit den Buslinien 24 oder 44 (Haltestellen "Medersbuckel" oder "Tiefentalstraße") zurück zur Endhaltestelle der Bahnlinie 1 gelangen.
Mit dem Fahrrad:
Die Wege sind mit dem Fahrrad gut befahrbar. Von der Rheinebene aus zunächst starke Steigung.
Barrieren:
Der Weg ist asphaltiert und hat mäßige Steigungen