Gefährliche Tiere und Pflanzen

Vor giftigen Tieren muss man in Deutschland und damit auch im Naturraum Karlsruhe keine Angst haben. Zwar gibt es giftige Spinnen und Schlangenarten, sie stellen allgemein für den Menschen aber keine Gefahr dar.

Die Karlsruher Umgebung ist kein Verbreitungsgebiet für Giftschlangen. Die bekannte Kreuzotter Vipera berus, die manchmal aufgrund ihrer Zeichnung mit der harmlosen Schlingnatter Coronella austriaca verwechselt wird, bevorzugt kühlere Lagen im Schwarzwald.

Feuersalamander Salamandra salamandra sind Waldbewohner. Sie leben in feuchten Laubmischwäldern und sind besonders geschützt. Mit ihrer schwarzen, gelb gefleckten Hautfärbung sind sie gerade für Kinder eine faszinierende Erscheinung, die zum Berühren einlädt. Doch Vorsicht! Das Sekret, das der Feuersalamander auf seiner Haut produziert, ist reizend und kann zu einem unangenehmen Brennen führen.

Die für den Menschen wohl immer noch gefährlichste Tierordnung ist die der Zecke Ixodida. Sie kann Borreliose und FSME übertragen und stürzt sich nicht, wie im weitverbreiteten Irrglauben von den Bäumen auf ihre Opfer, sondern wird im hohen Gras von den Halmen abgestreift. Der beste Schutz sind lange Hosen, Socken und gründliches Absuchen nach dem Spaziergang. Sollte es zu einem Stich kommen, benutzen Sie zum Entfernen der Zecke eine Zeckenkarte oder eine Zeckenzange, packen Sie das Tier am Kopf und ziehen es vorsichtig heraus. Niemals Pinzetten benutzen, damit reißt man meistens nur den Körper ab und der Kopf verbleibt in der Haut und entzündet sich womöglich. Sollte ein roter Hof um den Stich erscheinen, die Stelle beobachten und bei einer Ausweitung der Rötung unbedingt einen Arzt aufsuchen. Gegen FSME ist auch eine Impfung bei Ihrem Hausarzt möglich.

Ähnliches gilt auch bei Stechmücken. Viele neue Arten sind gerade in der oberrheinischen Tiefebene auf dem Vormarsch. Das feuchte und warm-gemäßigte Klima bietet einen idealen Lebensraum für viele Insektenarten. Sollte sich ein Stich entzünden und einen sich vergrößernden roten Hof bilden, ist ein Arzt aufzusuchen.

Giftige Pflanzenarten gibt es viele. Schwach giftige, wie die Pfingstrose Paeonia officinalis, deren sämtliche Pflanzenbestandteile bei Verzehr zu Erbrechen und Durchfall führen, bis hin zu Pflanzen mit tödlich wirkenden Stoffen. Meist warnt der bittere Geschmack den Genießer vor. Grundsätzlich gilt: wenn man sich nicht absolut sicher ist, um welche Art es sich handelt oder die Pflanze komisch schmeckt, besser die Finger davon lassen. Wichtig ist auch die ähnlich aussehenden Vertreter der zu sammelnden Art zu kennen, um Verwechslungen ausschließen zu können. Zusätzlich ist beim Sammeln von Pflanzen für den Eigenbedarf darauf zu achten, das gepflückte Gut zu waschen, besser noch zu kochen und nicht unbedingt auf Bodenhöhe zu ernten, um sich vor dem Fuchsbandwurm zu schützen.

Die berühmteste Unterscheidungsgefahr birgt immer noch der Bärlauch Allium ursinum. Er wird manches Mal mit der Herbstzeitlosen Colchicum autumnale, dem Maiglöckchen Convallaria majalis und den jungen Trieben des Gefleckten Aronstabs Arum maculaturm verwechselt. Der ungiftige und essbare Bärlauch wächst zahlreich in sickerfeuchten, nährstoffreichen Laubwäldern und blüht in weißen Dolden mit einzelnen nicht verwachsenen fünfblättrigen Blüten im April-Mai. Er ist gut an seinem knoblauchartigen Geruch zu erkennen. Die Blätter sind oval-lanzettlich und ähnlich der Blätterform seiner Verwechslungsarten. Die Blühzeit der Herbstzeitlosen ist im September-Oktober und ihre krokusähnliche Blüte ist rosa. Sie ist sehr stark giftig in allen Teilen durch das Zellgift Colchicin, die Wirkung tritt erst nach einigen Stunden ein und kann tödlich verlaufen. Das Maiglöckchen blüht ebenfalls weiß, aber erst in den Monaten Mai-Juni. Ihre Blüten sind glockenförmig und die einzelnen Blütenblätter verwachsen. Auch sie ist stark giftig und kann tödlich sein. Der Aronstab ist vor allem im frischen Zustand stark giftig. Die Pflanze ist in ihrer Blüte von April bis Juni mit ihrem kolbenartigen Blütenstand unverwechselbar.

Bärlauch

Eine besonders in der literarischen Welt bekannte Pflanze ist der Schierling. Bei der auch in Karlsruhe vorkommenden Art handelt es sich um den Gefleckten Schierling Conium maculatum. Er ist sehr stark giftig und lähmt die Atmung bei vollem Bewusstsein. Dafür verantwortlich ist das Alkaloid Coniin. Er bevorzugt warme Schuttflächen und wird ein bis zwei Meter hoch. Sein Blütenstand ist doldig und weiß blühend. Die Pflanze riecht unangenehm.

Der Weiße Stechapfel Datura stramonium ist eine in den letzten Jahren immer häufiger vorkommende Art in der Nähe von Spielplätzen. Er wächst gerne in sandigen, meist nährstoffreichen Ruderalstellen an Flussufern. Blühzeit ist von Juni bis Oktober mit einer großen weißen Trichterblume, die zum Abend hin aufblüht und unangenehm duftet. Der Stechapfel ist in allen Teilen durch Scopolamin und Hyoscyamin stark giftig, 20 Samen aus der Kapselfrucht sind bereits tödlich.

Die Arten der Familie Ranunculaceae sind alle im frischen Zustand giftig. In der Alb findet sich der bis zu 5 m Flutende-Hahnenfuß Ranunculus fluitans im fließenden Gewässer, er blüht weiß von Mai bis September. Der gelbblühende Kriechende Hahnenfuß R. reprens ist eine Pionierpflanze und findet sich oft an Wegrändern und Ruderalstellen. Der Gift-Hahnenfuß R. sceleratus ist stark giftig. Bei Kontakt mit dem Pflanzensaft kommt es zu Hautausschlägen.

Flutender Hahnenfuß

Die Robinie Robinia pseudoacacia wächst in Karlsruhe, z.B. an der Alb entlang in der Günther-Klotz Anlage zahlreich. Es ist ein schnellwüchsiger Laubbaum, den man besonders gut an seinen zu Dornen umgeformten Nebenblättern erkennt, die an den unpaarig gefiederten Blättern sitzen. Von Mai bis Juni erscheinen die unbedornten Blütenstände in großen, weißblühenden Trauben. Alle Teile der Robinie sind stark giftig, besonders jedoch die süßlich schmeckende Rinde und die Samen.

Blüte der Robinie

Seltener in Karlsruhe anzufinden, aber aufgrund ihrer starken Giftigkeit eine erwähnenswerte Art, ist die Tollkirsche Atropa belladonna. Sie enthält Atropin, Hyoscyamin und Scopolamin in allen Pflanzenteilen. Der Verzehr von nur drei der etwas süßlich schmeckenden, schwarzen Beeren ist für Kinder tödlich. Nach einem rauschhaften Zustand mit starkem Durstgefühl, folgen Lähmungserscheinungen. Die Pflanze wächst auf kalkhaltigem Boden an Schlag- und Saumfluren. Sie blüht im Juni und Juli mit einer glockigen, bräunlich roten Blüte und riecht nach Buttersäure.

Das Schöllkraut Chelidonium majus wächst auf Mauern, an Weg- und Waldrändern und ist stark giftig durch zahlreiche Alkaloide. Bekannt ist sie für ihren gelben Milchsaft, der durch Auftrag auf die betroffenen Stellen in der Volksmedizin gegen Warzen helfen soll. Die schotenförmige Frucht entwickelt sich aus einer gelben Blüte, die von Bienen und Fliegen bestäubt wird.

Eine verbreitete Zierpflanze, die gerne im Garten gehalten wird, ist der Hohe Rittersporn Delphinium elatum. Er gehört zu den Ranunculaceae und ist stark giftig durch das Alkaloid Methylaconitin. Der Blütenstand ist sehr auffällig. Viele violett-blaue Blüten mit einem Sporn auf dem oberen Blütenblatt reihen sich in eine senkrecht stehende Traube, die von unten nach oben aufblüht und gerne von Hummeln angeflogen wird. Die Blühzeit ist von Mai bis August.

Die Eibe Taxus baccata wird gerne als grundstücksbegrenzende Hecke gepflanzt und war im Mittelalter wegen seines stabilen Holzes für Bogen und Speere begehrt, fand aber auch Verwendung in den Kirchen, als Ersatz für Palmwedel. Deshalb trifft man alte Bestände auch oft in Burg- und Kirchhöfen an. Auch im Karlsruher Schlossgarten finden sich einige Exemplare. Alle Teile der Pflanze sind giftig, außer der rote, süß schmeckende Samenmantel, der auch gegessen werden kann; der Samen muss aber unbedingt entfernt werden! Verantwortlich für Vergiftungserscheinungen, wie Lähmungen und Brechdurchfall, ist das Herzgift Taxin.

Die geschützte, in Weihnachtsdekoration beliebte Stechpalme Ilex aquifolium wächst gerne in Buchen-Tannenwäldern auf mäßig sauren Böden. Die giftigen Wirkstoffe sind unbekannt, aber 20 der roten Beeren reichen aus, um einen Menschen zu töten. Für Vögel sind sie ungiftig, besonders Amseln fressen die Steinfrüchte gerne und verbreiten so die Art. Die Blätter an dem immergrünen Laubstrauch sind dunkelgrün und glänzen  infolge einer Wachsschicht auf der Epidermis.

Der stark giftige Gewöhnliche Goldregen  Laburnum anagyroides verursacht bei Verzehr von Früchten oder anderen Pflanzenteilen durch das Gift Cytisin Atemlähmungen und kann tödlich sein. Besonders Kinder lassen sich  durch den auffälligen gelben Blütenstand verlocken. Er wird als Zierstrauch angepflanzt, auch in Anlagen. Die Pflanze gehört zu den Fabaceae, was man an den schmetterlingsförmigen Blüten erkennen kann, die in einer hängenden Traube angeordnet sind. Die grünen Blätter sind ganzrandig und dreizählig gefingert.

Das Gewöhnliche Efeu Hedera helix wächst zahlreich in Parkanlagen und auf Mauern und ist durch Saponine giftig. Die schwarzblauen Beeren des Efeus sind bitter und verhindern meist die Aufnahme von größeren Mengen- zwei bis drei Früchte führen schon zu Kopfschmerz. Der Geruch der erst im August zu Blühen beginnenden, in kleinen Dolden angeordneten Blüten ist widerlich süß.

Ein weiterer Vertreter für Verwechslungen vor allem bei Kindern ist die Rote oder Gewöhnliche Heckenkirsche Lonicera xylosteum. Die Beeren sind schwach giftig und führen zu Fieber und Erbrechen. Sie wächst an Wegrändern und bevorzugt eher kalkhaltige Standorte und wird von Vögeln, die die Beeren gerne fressen, verbreitet. Die roten johannisbeer-ähnlichen, bitteren Früchte stehen doppelt und sind leicht miteinander verwachsen. Die Fruchtreife beginnt im Juli und die Blätter sind kurz gestielt und elliptisch geformt. Sein Gegenüber, die Rote Johannisbeere Ribes rubrum hat ähnlich rote, essbare Beeren, die jedoch in hängenden Trauben angeordnet sind. Die Blätter sind handförmig gelappt und die Früchte reifen um den Johannistag, Ende Juni.

Die Mistel Viscum album, auch beliebt als Weihnachtsschmuck, schmarotzt auf Laub- oder Nadelbäumen. Die Blätter sind immergrün und ledrig, die Beeren sind weißlich durchscheinend, mit manchmal grünen sichtbaren Samen im Inneren. Sie sind schleimig klebrig und werden von Vögeln verbreitet. Alle Pflanzenteile sind giftig, die Stärke des Gifts ist abhängig von den Wirtsbäumen, bei Ahorn und Linden am stärksten. Oft findet man sie auf Pappeln und Weiden.